MathisZwick1998, Licht-Klanginstallation
Muda Mathis, Wahlverwandschaften, Appenzell

Eine Stück Unraum im Stadtbild von Appenzell wird in Besitz genommen. Wo bisher ein niedriger, fensterloser Durchgang zwischen zwei Häuusern den Ortskundigen einen Umweg ersparte, versperrt eine solide Türe den Durchgang. Daneben ein Schild: Grand&Nisple, Rechtsanwälte. Die Wände des Raumschlauchs werden mit einer Art Lichttapete ausgekleidet. Grüne Lichtschlitze lösen die Raumgrenzen in ein diffus leuchtendes Muster auf. Dazu erzählt eine Frauenstimme eine Geschichte, die, weil auf chinesisch vorgetragen, nur als geheimnisvoller, fremder Singsang verstanden wird. Es entsteht eine nicht fassbare Atmosphäre, in der sich die Erfahrung eines wohligen‚ Fremd-Seins‚ einstellt. Eingehüllt in die weichen Lautklänge der chinesischen Erzählung, betäubt durch den holzigen Geruch der Wandkonstruktion, halb blind vom Hell-Dunkel des Lichtmusters steht man im Korridor, als wäre man in einem Science Fiction - Film. Man öffnet die Tür und steht wieder draussen in der Hauptgasse von Appenzell.