MathisZwick1995, Fünf-Kanal Videoinstallation, U-Matic mit Ton 15, Loop, 11-teilige Glühlampenschrift, gesteuert







Muda Mathis, Kunstmuseum Thurgau, Kartause Ittingen, CAN Centre dʻArt, Neuchâtel 1996, Stiftung Kunst Heute, Bern, Kamera, Schnitt: Sus Zwick, Fränzi Madörin
Sofies Himmel ist eine Fünf-Kanal Videoinstallation, ein poetisches Portrait der jungen Sofie Dietrich. Die fünf Monitore stehen in einer Flucht, in einem Abstand von einigen Metern hintereinander, sie bilden eine Monitorstrasse. Alle fünf Bildschirme sind mit einem Blick zu erfassen. Sie können nun Sofie da liegen sehen. Sie schläft, sie träumt. Sie ist gefangen in ihrer unheilen Märchenwelt, wie Schneewittchen im gläsernen Sarg. Die Tonebene verschmelzt den Raum, das Licht, die minimalen Geschehnisse zu einer Atmosphäre, zu einer „Erzählung“. Über den Monitoren schweben elf Lampenobjekte, wenn sie erleuchten, kann man den Satz lesen: Sofies Zehe blutet ja, kein Wunder scheint es, schreit sie da.
Da wäre der See, der See wäre gefroren und
hätte Spuren von Eisläufern ins Eis gekritzt. Der
See wäre in einem Park, der sehr schön ist, im
Frühling grün und im Winter weiss. Der Park wäre
in einer grossen Stadt dort wäre auch die Strasse
der Beschimpfung, aber auch noch viele andere
Strassen und am Rand der Stadt da wäre ein
Wald von Sternen. Das alles wäre hier, für Sie.
Alles schön aufgebaut, zurecht gerückt ins Licht
gesetzt. Alles für sie, hier, hier drin und mehr
noch, es gäbe verschiedene Restaurants, Stände
mit Zuckerwatte, Idioten, Pferde.